Der Hinterbergkopf ist die logische Fortsetzung der Tour ins Sittersbachtal. Er thront über dem Talschluss und bietet grandiose Ausblicke auf das Wimbachgrieß und die umgebende Bergwelt inklusive Watzmann.
Steckbrief zur Tour „Hinterbergkopf aus dem Sittersbachtal“ Schwierigkeit: anspruchsvoll (W3) Dauer (Aufstieg): 1:00 h Höhenmeter (Aufstieg): 387 m Wegbeschaffenheit:
Anforderungen:
Ausrüstung:
Einkehrmöglichkeiten:
Günstige Jahreszeit: |
Am Sittersbach entlang
Im ersten Teil der Tour haben Robert und ich auf einsamen Pfaden das Sittersbachtal erreicht. Nach ausgiebiger Rast am fröhlich plätschernden Bach nehmen wir nun unser Gipfelziel in Angriff: Den Hinterbergkopf. Zunächst geht es weglos, aber bequem immer auf der linken Seite des Baches über Bergwiesen auf den Hinterbergkopf zu, der über dem Talende thront.
Auf der anderen Bachseite können wir eine Gruppe Gämsen erspähen. Als wir näher kommen, ziehen sie sich in die Berghänge zurück. Im Sittersbachtal kann man gelegentlich noch viel größere Gamsherden mit teilweise über 50 Tieren beobachten.
Das Talende und damit auch der Hinterbergkopf rücken immer näher. Nun kann man auch schon ganz gut den weiteren Routenverlauf verfolgen. Am Talende folgen wir zunächst den sanften Grashängen nach rechts Richtung Wimbachschneid hinauf. Sobald der Hang abflacht, wenden wir uns nach links und steuern den Grat etwas oberhalb der Sittersbachscharte an. Schließlich folgen wir dem Gratverlauf nach rechts bis zum Gipfel.
Das Sittersbachtal bietet auch für den Botaniker allerlei interessante Entdeckungen. Auf den Wiesen und im Schutt gedeiht die ein oder andere Rarität wie dieser Fetthennen-Steinbrech (saxifragia aizoides).
Über Gras und Geröll zur Sittersbachscharte
Der Sittersbach, der uns bis hierher fröhlich plätschernd begleitet hat, verschwindet nun mehr und mehr unter den Schuttmassen, bis nur noch hier und da ein kleines Rinnsal zwischen den Felsen zu entdecken ist. Wir haben nun das Talende erreicht und überqueren den breiten Schuttstrom nach rechts. Anschließend geht es über karge Grashänge auf die Wimbachschneid zu.
Auch hier halten die Wiesen ein paar botanische Highlights bereit, wie dieses hübsche Exemplar eines Rauen Enzians (gentiana aspera).
Das Gelände flacht nun kurzzeitig merklich ab. In diesem Bereich wenden wir uns nun stark nach links und steuern auf die Sittersbachscharte zu. Auf halbem Weg dorthin wird das Gelände von einem Errosionsgraben unterbochen. Entlang des rechten Randes führen überaus deutliche Trittspuren nach oben.
Weiter oben lässt sich der Graben relativ problemlos überqueren. Die letzten Meter zum Grat führen auf gut erkennbaren Steigspuren durch die Fels- und Geröllflanke.
Ein großer Steinmann markiert den Punkt, an dem man auf den Grat trifft. Dahinter baut sich mächtig der Gipfel des Steintalhörndls auf. Die Sittersbachscharte bleibt links unterhalb liegen und wird nicht direkt erreicht.
Von hier an ist die Orientierung ganz leicht, denn es geht immer entlang des zunächst noch etwas schmäleren Rückens auf den Gipfel zu.
Der Hinterbergkopf
Nach etwa fünf Minuten wird der Rücken deutlich breiter. An einer kurzen Flachstelle am Grat steht eine auffällige Steindaube mit Holzstock. An dieser Stelle mündet das Kaunrad ein, ein alter Treibersteig, der aus dem Wimbachtal heraufkommt. Diesen unbezeichneten, anspruchsvollen Steig möchte ich auch unbedingt noch einmal auskundschaften.
Danach steigt der Rücken wieder stärker an, bleibt jedoch ziemlich breit, so dass man ohne Schwierigkeiten Richtung Gipfel vorankommt.
Beim Blick zurück zeigt sich die eindrucksvolle Steilflanke des Steintalhörndls, über die im Winter eine anspruchsvolle Skitour verläuft (siehe auch Skitour Steintalhörndl).
Zum Schluss müssen noch ein paar Felsbarrieren umgangen werden. Dann ist der Gipfel des Hinterbergkopfs erreicht.
Den Gipfel selbst ziert nur ein kleines, provisorisches Kreuz. Das schmälert aber die Attraktivität des Tourenziels keineswegs.
Wir machen es uns erst mal auf dem breiten Gipfel gemütlich und holen die Gipfeljause aus dem Rucksack. Dabei genießen wir die großartigen Tiefblicke hinab ins Wimbachgrieß. Gegenüber erhebt sich mächtig der Watzmann.
Hinter uns ragt die Hocheisspitze in die Höhe. Davor die Wimbachschneid, zu der es vom Hinterbergkopf einen anspruchsvollen Übergang geben soll, den es vielleicht auch einmal lohnt auszukundschaften.
Für heute soll uns jedoch der Hinterbergkopf genügen. Mit einem letzten Foto von einem Rundblättrigen Enzian (gentiana orbicularis) direkt am Gipfel verabschieden wir uns von diesem attraktiven Berg und steigen wieder hinab ins Tal.
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Deine tollen Bilder machen mir richtig Lust, da mal raufzusteigen. Ich habe nur das kleine Problem, nicht 100%ig schwindelfrei zu sein, aber es sieht nicht wirklich gefährlich aus und Du schreibst ja, dass eigentlich keine ausgesetzten Stellen zu überwinden sind. Den Tiefblick ins Wimbachgries würde ich mehr wahnsinnig gerne gönnen…
Hallo Christian,
vielen Dank für deinen Kommentar und dein Lob zu den Bildern. Wie geschrieben, empfinde ich den Weg nicht als ausgesetzt. Die Herausforderung ist eher, im weglosen Gelände den für einen selbst am besten gangbaren Weg zu finden. Beim Erreichen des Grates oberhalb der Sittersbachscharte ist der Rücken am schmalsten und am ehesten noch als ausgesetzt zu bezeichnen. Danach wird der Rücken aber schnell breiter, so dass es bis zum Gipfel keine problematischen Stellen mehr gibt.
Liebe Grüße, Andi
Toller Beitrag über das Sittersbachtal. Ich war schon mehrmals dort und kann sagen dass deine Beschreibungen genau sind und man sich danach richten kann. Beim lesen deines Beitrages läuft die Tour Meter für Meter in meinen Gedanken ab.
Sehr schöner Beitrag mit schönen Bildern.
Liebe Grüße Franz
Griasti!
Wirklich tolle Bilder., sieht sehr einladend aus. Frage was ist der kürzeste Weg zur Ausgangsposition?
Geht’s zum Sittersbachtal via Klausbachtal?
Ich würde ja mit den MTB die Anfahrt abkürzen aber meine Begleiter haben keines….
Bitte um Info, donksche im Voraus, Lisi
Hallo Lisi,
vielen Dank! Ich habe den Zustieg zum Ausgangspunkt im Sittersbachtal hier beschrieben: Sittersbachtal. Leider werdet ihr auch ohne MTB nicht um den Talhatscher durch das Klausbachtal drum herum kommen. Das heißt vom Parkplatz Hintersee ca. 30 Minuten flach durch das Klausbachtal wandern bis zum Abzweiger ins Ofental. Dann auf dem Forstweg bis zur Abzweigung zur ehemaligen Sittersbach-Holzstube. Bis hierhin kann man auch mit dem MTB fahren. Einen kürzeren Weg zur Fuß gibt es leider nicht. Ich hoffe, das hilft dir weiter.
Liebe Grüße und viel Spaß am Berg,
Andi
Vielen Danke Andi! Diesen SA werden wir diese Tour machen und dann schwebt mir noch deine Hochsäul Tour vor. Nachdem ich jede Woche Touren gehe, bin ich immer froh, mal was zu finden wo ich noch nicht war, diese 2 Touren gehören auf jeden Fall dazu 🙂
Liabe Grias
Super. Dann viel Spaß! Hoffentlich passt das Wetter!
Hi Andreas!
Ich hätte die Tour gemacht aber die Abzweigung nicht gefunden! Bin wahrscheinlich viel zu weit. Hätte dich auch schon im FB Messenger (via alter Ego) angeschrieben
Bin auf jeden Fall beim Kammerlinghorn gelandet und es war ein uuuuuurweiter Hatscher LG. (alias Lisi)
Servus. Sehr interessante Tour. Das Sittersbachtal steht schon sehr lange auf meiner ToDo-Liste. Der Weg ist sehr gut beschrieben von dir. Mache mir da nur ein wenig Sorgen um den Rückweg, da die Wegstrecke ja nicht markiert ist. Oder kann man die Tour auch als eine Art Rundweg machen? Würde mich über Infos freuen.