Vom Feldkogel über den Funtensee und die Saugasse nach St. Bartholomä

Im dritten und letzten Teil der Feldkogel-Beitragsserie geht es auf markierten Wegen über Funtensee und Saugasse zurück zum Königssee. Dabei darf eine kurze Einkehr beim Kärlingerhaus natürlich nicht fehlen.

Funtensee und Kärlingerhaus

Das Kärlingerhaus am Funtensee

Nachdem es im ersten Teil der Beitragsserie von Salet zum Grünsee über den Sagerecksteig ging und im zweiten Teil dann vom Grünsee über Feldkogelsteig und Grünseetauern auf den Feldkogel, widmiet sich der dritte Teil dem Abstieg über Funtensee und Saugasse nach St. Bartholomä.

Für die eiligen Leser: Hier findet ihr Karte und Höhenprofil der gesamten Tour.

Nationalparkidylle am Feldkogel

Zunächst geht es jedoch nach ausgiebiger Gipfelrast vom Feldkogel über sanft geneigte Bergwiesen und lichten Baumbestand hinab Richtung Funtensee. Dabei hält man sich noch ein paar Meter weglos auf dem breiten Rücken und geht auf den Großen Hundstod zu, ehe der nun wieder deutlich erkennbare, markierte Pfad nach links hinunter abbiegt.

Abstieg vom Feldkogel

Deutlich sichtbar schlängelt sich der Bergpfad durch die malerische Berglandschaft am Feldkogel.

Vor einem baut sich in der Ferne markant die schöne Pyramide der Schönfeldspitze auf.

Wiese und licher Wald am Feldkogel

Die markante Pyramide der Schönfeldspitze links der Bildmitte

Der sanft absteigende Wiesenpfad, die unberührte Natur um einen herum und dazu noch die eindrucksvolle Kulisse der schroffen Gipfel in der Ferne machen aus dem Abstieg die reinste Genusswanderung. Dazu ist heute noch keine Menschenseele hier oben unterwegs. Nationalpark-Feeling pur!

Bergwiese mit Zirbe am Feldkogel

Bergwiese mit Zirbe am Feldkogel

Ein Stückchen weiter unten kann man links abseits des Weges die verfallene Feldkogelalm entdecken. Sie sieht so aus, als wäre sie noch nicht vor allzu langer Zeit aufgegeben worden. Die Wände sind noch größtenteils vorhanden.

Verfallene Feldkogelalm

Die verfallene Feldkogelalm

Schließlich lichtet sich der Baumbestand ganz und gibt den Blick frei auf das wuchtige Schottmalhorn, das von hier aus betrachtet noch ganz breit wirkt, vom Funtensee aus gesehen aber als scharf geschnittene Spitze erscheint.

Schottmalhorn und Feldkogelalm

Schottmalhorn von der Feldkogelalm aus gesehen

Im Gegensatz dazu präsentiert sich der Viehkogel von hier aus als keckes Felshorn, während er vom Kärlingerhaus gesehen schon eher wieder sanftere Züge aufweist.

Viehkogel

Der Viehkogel im Steinernen Meer

Schließlich kommt erstmals der Funtensee mit dem Kärlingerhaus ins Bild. Im Hintergrund bauen sich mächtig der Große Hundstod und der Schneiber auf.

Funtensee mit Großem Hundstod und Schneiber

Funtensee mit Großem Hundstod und Schneiber

Beim Weitergehen setzt ein schrilles, mehrstimmiges Pfeifen ein. Die Wiesen rund um den Funtensee werden von einer ganzen Horde Murmeltiere bevölkert. Die frechen Nager sind noch nicht einmal besonders scheu und lassen sich teilweise direkt am Weg beobachen und fotografieren.

Murmeltier am Weg zum Funtensee

Murmeltier am Weg zum Funtensee

Über den Wiesen baut sich nun schon deutlich schroffer das Schottmalhorn auf. In der Ferne grüßt noch einmal die Schönfeldspitze herüber, ehe sie im Rahmen dieser Tour endgültig aus dem Sichtfeld verschwindet.

Schottmalhorn und Schönfeldspitze

Schottmalhorn (links) und Schönfeldspitze (hinten rechts)

Am Funtensee

Schließlich ist der Funtensee erreicht. Gemütlich geht es die letzten Meter über einen Wiesenpfad hinab zum Seeufer, wo man auf den Weg vom Riemannhaus zum Kärlingerhaus trifft.

Funtensee und Kärlingerhaus

Funtensee und Kärlingerhaus

Nach kurzem Anstieg ist das riesige Unterkunftshaus oberhalb des Sees erreicht. Von der Terrasse aus genieße ich bei einem kühlen Weißbier das tolle Panorama mit dem Funtensee und dem darüber thronenden Schottmalhorn.

Funtensee und Schottmalhorn

Funtensee und Schottmalhorn

Leider hat die Wegsuche am Grünsee doch etwas mehr Zeit in Anspruch genommen und der Weg hinab nach St. Bartholomä ist noch weit, so dass ich nicht allzu lange am Kärlingerhaus verweilen kann. Was denn? Noch 3 3/4 Stunden nach Bartholomä? Jetzt aber los!

Wegweiser am Kärlingerhaus

Wegweiser am Kärlingerhaus

Kurz hinter dem Kärlingerhaus wartet gleich die nächste Abzweigung (hier geradeaus halten). Ich zeige euch auch von diesem Wegweiser ein Foto, damit ihr euch selbst einen Eindruck von den hier ausgeschilderten Gehzeiten machen könnt.

Wegweiser nahe Kärlingerhaus

Wegweiser bei Abzweigung nahe des Kärlingerhauses. Hier zweigt der Weg zum Ingolstädter Haus ab. Mein Weg führt jedoch weiter Richtung St. Bartholomä – also nach rechts.

Danach steigt der Pfad noch einmal rund 50 Höhenmeter an zu einer weiteren Wegteilung. Hier würde es rechts zurück zum Grünsee und zum Sagerecksteig gehen. Ich setze meinen Weg aber links Richtung St. Bartholomä fort.

Wegweiser Abzweigung Wasseralm

Und noch ein Wegweiser. Hier ginge es rechts wieder zurück zum Grünsee und zum Sagerecksteig.

Die Saugasse

Seit dem Funtensee ist wieder deutlich mehr los auf dem Weg. Ständig kommen mir große Wandergruppen entgegen, die wohl im Kärlingerhaus übernachten wollen. Da wird es am Abend dort oben wohl ganz schön voll sein. Die Route führt nun durch ein Hochtal mit üppiger Vegetation.

Weg vom Kärlingerhaus zur Saugasse

Der Weg vom Kärlingerhaus zur Saugasse – Im Hintergrund sieht man den spärlich begrünten Rücken des Gjaidkopfs. Ganz hinten rechts kann man den Watzmann erahnen.

Auf dem breiten, bequem zu gehenden Steig komme ich gut voran. Die Saugasse kann nicht mehr weit sein.

Weg zwischen Funtensee und Saugasse

Auf dem Weg zwischen Funtensee und Saugasse

Kurz vor Erreichen der Saugasse zweigt der Oberlahnersteig links vom Weg ab. Dieser führt versichert und etwas ausgesetzt oberhalb der Saugasse hinüber zum Trischübel.

Wegweiser Abzweigung Trischübel

Abzweigung Oberlahnersteig

Ich lasse den Oberlahnersteig jedoch links liegen und komme nun in den oberen Bereich der Saugasse. Hier treffe ich auf eine Gämse, die sich an den Sträuchern am Wegesrand genüsslich bedient und sich auch durch meine Anwesenheit nicht aus der Ruhe bringen lässt. Erst als sich von der anderen Seite eine weitere Wandergruppe nähert, nimmt sie Reißaus.

Gämse am Weg zur Saugasse

Gämse am Weg zur Saugasse

Auf beiden Seiten rücken nun die schroffen Felswände immer näher und bilden eine tiefe Schlucht. Der Beginn der Saugasse ist erreicht.

Saugasse - Oberer Teil

Saugasse – Oberer Teil

In unzähligen Serpentinen geht es nun den steilen Hang der Schlucht hinab. Teilweise befinden sich die Kurven tief unter Felsüberhängen.

Saugasse - Kurve unter Felsüberhang

Saugasse – Kurve unter Felsüberhang

In einer der Kurven wurde sogar ein kleines Gedenkkreuz errichtet.

Gedenkkreuz in der Saugasse

Gedenkkreuz in der Saugasse

Nach schier endlosem Hin und Her ist das untere Ende der Saugasse erreicht. Ein Blick nach oben sagt mir, dass ich diese doch etwas demoralisierende Passage nur ungern in umgekehrter Richtung begehen möchte.

Saugasse von unten gesehen

Saugasse von unten gesehen

Über die Saugasse überwindet man eine beträchtliche Höhendifferenz, was sich auch in der Vegetation bemerkbar macht. Während am oberen Ende nur noch wenige Bäume wachsen und das Landschaftsbild sonst eher von Sträuchern dominiert wird, wuchert am Talgrund ein üppiger, urtümlicher Wald, der dem Bild eines Nationalparks alle Ehre macht.

Weg von der Saugasse nach St. Bartholomä

Der Weg von der Saugasse nach St. Bartholomä führt durch urwüchsigen Wald

Im leichten Auf und Ab geht es ohne größeren Höhenverlust durch den Talwald. Ungefähr eine Viertel Stunde nach dem Ende der Saugasse erreicht man wieder eine Wegteilung. Hier geht links der Steig über die Sigeretplatte zum Trischübel ab. Laut Wegweiser sind es von hier eineinhalb Stunden nach St. Bartholomä. Das Ziel rückt näher!

Wegweiser Abzweigung Sigeretplatte

Abzweigung zum Trischübel

Über das Schrainbachtal nach St. Bartholomä

Weiter geht es durch das wildromantische Tal zwischen Simetsberg und Hachelköpfen. Lautes Wasserrauschen dringt durch den Wald. Kurze Zeit später erblickt man etwas unterhalb den Schrainbach, der bereits als breiter Gebirgsbach am Fuß des Simetsbergs entspringt. Der Bach bleibt zunächst tief unten im Talgrund.

Lichtung bei der Schrainbach-Holzstube

Lichtung bei der Schrainbach-Holzstube

Erst bei der Schrainbach-Holzstube habe ich Gelgenheit, meine fast aufgebrauchten Wasservorräte wieder aufzufüllen, auch wenn der Bach zurzeit deutlich weniger Wasser führt als üblich. Da ich ganz gut in der Zeit bin, genehmige ich mir an diesem idyllischen Fleckchen eine kurze Rast.

Schrainbach mit wenig Wasser

Schrainbach mit wenig Wasser

Bei der Holzstube überquere ich den Bach. Nun geht es rechts oberhalb Richtung Königssee. Schnell hat sich der Schrainbach wieder tief in eine Schlucht gegraben. Allmählich gelangt man aus dem Taleinschnitt heraus und kann durch die Bäume weit unter sich den Königssee erahnen. In einer Kurve hat man freien Blick über den See zum Ausgangspunkt dieser Tour in Salet.

Königssee, Salet und Teufelshörner

Königssee, Salet und Teufelshörner

Kurz darauf führt der Weg wieder über den Schrainbach, der schäumend aus einer engen, tiefen Klamm herausströmt. Eine Kehre weiter unten steht man dann vor einem eindrucksvollen Wasserfall, den der Schrainbach die letzten Meter zum Königssee hinunter bildet.

Schrainbach-Wasserfall

Schrainbach-Wasserfall

Nun ist es nicht mehr weit. Oberhalb des Sees geht es nun auf die Halbinsel von St. Bartholomä zu, die man bereits deutlich vor sich erkennen kannKönigssee und Halbinsel Sankt Bartholomä Königssee und Halbinsel Sankt Bartholomä

Die letzten Meter bis St. Bartholomä gehen flach dahin. Bei der Wallfahrtskirche hat mich dann der Touristentrubel wieder erreicht. Die Schlange am Anlegesteg reicht fast bis zum Wirtshaus zurück. Naja, bevor ich hier blöd rumstehe, gönne ich mir noch eine Halbe Bier zum Abschluss der Tour und lass noch einmal die Eindrücke Revue passieren. Mit dem letzten Schiff geht es dann zurück nach Königssee.

Wie immer freue ich mich über eure Kommentare und Verbesserungsvorschläge zur Tour. Gerne könnt ihr die Tourenbeschreibung bewerten oder ihr teilt sie über Facebook, Twitter, Google Plus oder Pinterest (über die Icons unten auf der Seite).

Tour vom Feldkogel über den Funtensee zum Königssee im Überblick


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Empfohlene Literatur zur Tour

Alpenvereinsführer Berchtesgadener Alpen

Empfohlenes Kartenmaterial zur Tour

Steinernes Meer: Wegmarkierungen und Skirouten – Topographische Karte 1:25.000 (Alpenvereinskarten)

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